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Warum Rückenschmerzen immer wiederkommen – und was du selbst tun kannst

28. Sept.
6 Min. Lesezeit

Einmal Rückenschmerzen – und dann ist alles wieder gut? Leider nicht immer.




Viele Menschen kennen dieses Muster:

Ein paar Tage tut der Rücken weh.Dann wird es langsam besser.Nach einigen Wochen oder Monaten kommt der Schmerz wieder.

Warum passiert das?

Und vor allem: Was kann man selbst tun, damit Rückenschmerzen nicht ständig zum Begleiter werden?

Die gute Nachricht: Wiederkehrende Rückenschmerzen bedeuten nicht automatisch, dass der Rücken dauerhaft geschädigt ist. Gerade unspezifische Rückenschmerzen lassen sich häufig nicht auf eine einzige Ursache zurückführen.

Rückenschmerzen sind häufig – und kommen oft wieder

Fast jeder Mensch erlebt irgendwann Rückenschmerzen.

Bei den meisten Menschen sind akute Kreuzschmerzen nicht gefährlich und verschwinden innerhalb einiger Tage oder Wochen wieder. Gleichzeitig treten bei vielen Betroffenen später erneut Beschwerden auf.

Das kann frustrierend sein:

„Ich dachte, mein Rücken wäre wieder in Ordnung – warum fängt das jetzt schon wieder an?“

Die Antwort ist häufig komplexer als „eine Wirbelblockade“ oder „ein schwacher Rücken“.

Rückenschmerzen können durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren beeinflusst werden:

  • körperliche Belastung

  • Bewegungsmangel

  • einseitige Belastungen

  • muskuläre Belastbarkeit

  • Schlaf

  • Stress

  • Arbeitsbedingungen

  • bisherige Bewegungserfahrungen

  • Umgang mit Schmerzen

  • individuelle körperliche Voraussetzungen

Deshalb gibt es bei wiederkehrenden Rückenschmerzen meistens nicht den einen Auslöser und auch nicht die eine Übung, die für alle Menschen funktioniert.

Warum wird der Rücken immer wieder schmerzhaft?

Eine häufige Ursache kann darin liegen, dass die Belastbarkeit des Körpers nicht optimal zur tatsächlichen Belastung im Alltag passt.

Ein einfaches Beispiel:

Jemand sitzt täglich acht Stunden am Schreibtisch, bewegt sich wenig und beginnt am Wochenende plötzlich mit einer intensiven Sporteinheit.

Der Rücken muss dann innerhalb kurzer Zeit deutlich mehr leisten, als er im Alltag gewohnt ist.

Das bedeutet nicht automatisch, dass etwas „kaputt“ ist.

Es kann aber bedeuten, dass Belastung und Belastbarkeit nicht optimal zusammenpassen.

Genau hier kann gezieltes Training ansetzen.

Rückenschmerzen bedeuten nicht automatisch einen Schaden

Ein wichtiger Punkt wird bei Rückenschmerzen häufig unterschätzt:

Schmerz und Gewebeschaden sind nicht immer dasselbe.

Gerade bei unspezifischen Rückenschmerzen lässt sich häufig keine einzelne strukturelle Ursache feststellen. Auch wiederkehrende Beschwerden bedeuten nicht automatisch, dass die Wirbelsäule immer weiter „kaputtgeht“.

Das kann für Betroffene eine wichtige Erkenntnis sein.

Denn wenn jeder Schmerz sofort als Zeichen einer neuen Verletzung interpretiert wird, entsteht leicht Angst vor Bewegung.

Und genau daraus kann ein ungünstiger Kreislauf entstehen:

Schmerz → Angst → weniger Bewegung → weniger Belastbarkeit → Unsicherheit bei Belastung → erneute Beschwerden

Deshalb ist es häufig sinnvoller, den Körper schrittweise wieder an Belastung zu gewöhnen.

Bewegung ist einer der wichtigsten Faktoren

Regelmäßige Bewegung gehört zu den wichtigsten Maßnahmen, um wiederkehrenden Rückenschmerzen entgegenzuwirken.

gesund.bund.de bezeichnet regelmäßige Bewegung als die wirksamste Methode zur Vorbeugung wiederkehrender Rückenschmerzen. Auch gezieltes Training der Rumpfmuskulatur kann dabei eine Rolle spielen.

Dabei muss es nicht immer ein kompliziertes Trainingsprogramm sein.

Auch regelmäßiges Gehen kann sinnvoll sein.

Entscheidend ist vor allem:

Der Körper braucht regelmäßige Belastung.

Aber welche Bewegung ist die richtige?

Hier wird es individuell.

Ein Büroangestellter mit wenig Bewegung braucht möglicherweise einen anderen Einstieg als ein Tennisspieler, der bereits sehr viel trainiert.

Und jemand mit aktuellen Rückenschmerzen braucht möglicherweise zunächst eine andere Belastung als jemand, der seit Monaten beschwerdefrei ist.

Deshalb sollte Training nicht nur nach dem Motto funktionieren:

„Stärke deinen Rücken!“

Viel interessanter ist:

Was braucht dieser Körper aktuell?

Zum Beispiel:

  • mehr Beweglichkeit?

  • mehr Kraft?

  • bessere Rumpfstabilität?

  • bessere Koordination?

  • mehr Ausdauer?

  • bessere Belastungssteuerung?

  • mehr Bewegung im Alltag?

  • mehr Vertrauen in bestimmte Bewegungen?

Ein starker Rücken ist mehr als eine starke Rückenmuskulatur

Wenn wir von einem „starken Rücken“ sprechen, denken viele zuerst an die Rückenmuskulatur.

Natürlich spielt Kraft eine wichtige Rolle.

Aber der Bewegungsapparat funktioniert nicht isoliert.

Rumpf, Hüfte, Beine, Schultergürtel und Nervensystem arbeiten bei vielen Bewegungen zusammen.

Deshalb kann ein sinnvolles Training unterschiedliche Komponenten enthalten:

Kraft + Beweglichkeit + Koordination + Gleichgewicht + Belastbarkeit

Auch die Fähigkeit, Bewegungen sicher und kontrolliert auszuführen, gehört dazu.

Was passiert bei einseitiger Belastung?

Auch das tägliche Leben kann eine Rolle spielen.

Langes Sitzen, immer gleiche Bewegungsmuster oder einseitige sportliche Belastungen können dazu führen, dass bestimmte Strukturen regelmäßig belastet werden, während andere weniger gefordert werden.

Das bedeutet nicht, dass eine bestimmte Sitzposition automatisch „schädlich“ ist.

Viel wichtiger ist häufig die Gesamtbelastung über den Tag.

Deshalb kann eine einfache Maßnahme bereits helfen:

Mehr Bewegung in den Alltag bringen.

Zum Beispiel:

  • häufiger aufstehen

  • kurze Bewegungspausen

  • Wege zu Fuß zurücklegen

  • Treppen statt Aufzug

  • regelmäßig spazieren gehen

  • Übungen in den Alltag integrieren

  • längere unbewegte Sitzphasen unterbrechen

Warum Krafttraining sinnvoll sein kann

Ein Körper, der regelmäßig belastet wird, kann sich an diese Belastung anpassen.

Gezieltes Krafttraining kann deshalb helfen, die körperliche Belastbarkeit zu verbessern.

Das bedeutet nicht, dass jeder Mensch schwere Gewichte heben muss.

Auch Übungen mit dem eigenen Körpergewicht, Therabändern oder moderaten Widerständen können eingesetzt werden.

Wichtig ist:

Die Belastung sollte zum aktuellen Leistungsstand passen und schrittweise gesteigert werden.

Die WHO nennt bei chronischen primären Kreuzschmerzen unter anderem körperliche Interventionen und Bewegungsprogramme als wichtige Bestandteile nicht-operativer Behandlung.

Und was ist mit der „richtigen Haltung“?

Eine perfekte Haltung, die Rückenschmerzen dauerhaft verhindert, gibt es nicht.

Viel wichtiger ist häufig, nicht dauerhaft in derselben Position zu bleiben.

Auch eine vermeintlich „schlechte“ Haltung ist nicht automatisch problematisch.

Der Körper kann unterschiedliche Positionen und Bewegungen normalerweise gut tolerieren.

Problematisch kann eher sein, wenn bestimmte Belastungen immer wieder auftreten und kaum durch andere Bewegungen ausgeglichen werden.

Deshalb:

Nicht die perfekte Haltung suchen – sondern Bewegung.

Stress und Schlaf können ebenfalls eine Rolle spielen

Rückenschmerzen entstehen nicht ausschließlich durch Muskeln, Gelenke oder Wirbelsäule.

Bei länger anhaltenden Beschwerden können auch Schlaf, Stress und andere persönliche Faktoren beeinflussen, wie Schmerzen wahrgenommen und verarbeitet werden. gesund.bund.de beschreibt chronische Schmerzen entsprechend als ein Zusammenspiel körperlicher, psychischer und sozialer Faktoren.

Das bedeutet nicht:

„Die Schmerzen sind nur psychisch.“

Ganz im Gegenteil.

Der Schmerz ist real.

Aber der Körper verarbeitet Schmerz nicht unabhängig vom restlichen Leben.

Deshalb kann es sinnvoll sein, bei wiederkehrenden Beschwerden nicht nur auf die schmerzende Stelle zu schauen.

Was kann ich selbst gegen wiederkehrende Rückenschmerzen tun?

Ein guter Anfang kann sein:

1. Regelmäßig bewegen

Nicht erst dann, wenn der Rücken wieder schmerzt.

2. Belastbarkeit aufbauen

Kraft und Ausdauer schrittweise verbessern.

3. Sitzzeiten unterbrechen

Nicht stundenlang ohne Bewegung in derselben Position bleiben.

4. Belastung langsam steigern

Nach einer längeren Pause nicht sofort wieder mit maximaler Intensität beginnen.

5. Bewegungen nicht grundsätzlich vermeiden

Angst vor Bewegung kann dazu führen, dass die Belastbarkeit weiter abnimmt.

6. Den ganzen Körper betrachten

Rückenbeschwerden können mit Bewegungsmustern und Belastungen des gesamten Bewegungsapparates zusammenhängen.

7. Bei wiederkehrenden Beschwerden genauer hinschauen

Wenn Beschwerden immer wieder auftreten, kann eine individuelle Funktionsanalyse sinnvoll sein.

Der CHIRO360-Ansatz: Nicht nur den Schmerz betrachten

Bei CHIRO360 geht es deshalb nicht ausschließlich darum, wo es gerade weh tut.

Wir betrachten den Bewegungsapparat als funktionelles Zusammenspiel.

Je nach Befund können dabei verschiedene Bausteine miteinander verbunden werden:

Dabei ist die manuelle Behandlung nicht zwangsläufig der letzte Schritt.

Vielmehr stellt sich anschließend die Frage:

Was kann ich selbst tun, damit mein Körper wieder belastbarer wird?

Hier kommt Medical Fitness ins Spiel.

Individuell ausgewählte Übungen können beispielsweise Beweglichkeit, Kraft, Koordination und Belastbarkeit trainieren.

Der wichtigste Schritt: Nicht erst reagieren, wenn es wieder weh tut

Wenn Rückenschmerzen immer wieder auftreten, kann es sinnvoll sein, nicht jedes Mal nur die aktuelle Schmerzphase zu behandeln.

Interessanter kann sein:

Was passiert zwischen den Schmerzepisoden?

Bewegst du dich ausreichend?

Ist dein Körper an die Belastungen gewöhnt, denen du ihn im Alltag oder Sport aussetzt?

Gibt es Bewegungen, die du aus Angst vermeidest?

Fehlt Kraft oder Beweglichkeit?

Oder ist die Belastung vielleicht einfach zu schnell zu hoch?

Diese Fragen können dabei helfen, aus dem Kreislauf von Schmerz – Pause – Besserung – Belastung – erneutem Schmerz herauszukommen.

Wann sollten Rückenschmerzen ärztlich abgeklärt werden?

Nicht jeder Rückenschmerz sollte einfach „wegtrainiert“ werden.

Eine medizinische Abklärung ist insbesondere wichtig bei ungewöhnlich starken oder anhaltenden Beschwerden sowie bei bestimmten Warnzeichen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • deutliche Muskelschwäche oder Lähmungserscheinungen

  • Taubheitsgefühle

  • Probleme mit Blase oder Darm

  • starke Beschwerden nach einem Unfall

  • Fieber oder ausgeprägtes Krankheitsgefühl

  • unerklärlicher Gewichtsverlust

  • zunehmende neurologische Beschwerden

Bei solchen Symptomen sollte zunächst eine entsprechende medizinische Abklärung erfolgen.

Fazit

Rückenschmerzen können wiederkommen – das bedeutet aber nicht automatisch, dass dein Rücken dauerhaft geschädigt ist.

Viele Faktoren können zusammenspielen.

Ein wichtiger Ansatz besteht deshalb darin, nicht nur auf den Schmerz zu reagieren, sondern die Belastbarkeit des gesamten Bewegungsapparates zu verbessern.

Regelmäßige Bewegung, gezieltes Training und eine individuell passende Belastungssteigerung können dabei wichtige Bausteine sein.

Bei CHIRO360 verbinden wir deshalb die individuelle Untersuchung und Behandlung mit Bewegung und Medical Fitness.

Denn ein Rücken muss nicht geschont werden, um gesund zu bleiben. Er muss vor allem lernen, mit den Belastungen des Alltags und des Sports gut umzugehen.

👉 Du hast immer wieder Rückenschmerzen und möchtest herausfinden, was dahinterstecken könnte? Vereinbare einen Termin bei CHIRO360 in Leonberg.

 
 
 

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