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Neuroathletik: Was ist dran am Training für Gehirn und Nervensystem?

Neuroathletik und Neurotraining für Wahrnehmung, Koordination, Gleichgewicht und Reaktion

Neuroathletik ist derzeit in aller Munde. Im Sport, im Fitnessbereich und zunehmend auch im funktionellen Training werden Übungen eingesetzt, die Wahrnehmung, Reaktion, Gleichgewicht und Bewegungssteuerung gezielt ansprechen.

Doch was steckt tatsächlich hinter dem Trend? Was kann Neurotraining leisten – und wo liegen die Grenzen?

Bei CHIRO360 in Leonberg betrachten wir Neurotraining und neurozentrierte Übungen nicht als Wundermethode, sondern als sinnvolle Ergänzung zu einem ganzheitlichen Medical-Fitness-Konzept.


Was ist Neuroathletik eigentlich?

Der Begriff Neuroathletik beschreibt einen Trainingsansatz, bei dem das Nervensystem stärker in die Betrachtung von Bewegung und Leistungsfähigkeit einbezogen wird.

Die grundlegende Idee ist einfach:

Bewegung beginnt nicht erst im Muskel. Sie wird vom Nervensystem geplant, gesteuert und ständig angepasst.

Bevor wir beispielsweise einen Tennisball schlagen, auf einem Bein stehen oder schnell die Richtung wechseln, verarbeitet unser Nervensystem Informationen aus unterschiedlichen Quellen.

Dazu gehören unter anderem:

  • visuelle Informationen über die Augen

  • Informationen aus Muskeln und Gelenken

  • Gleichgewichtsinformationen aus dem Innenohr

  • Berührungs- und Druckreize

  • Informationen über die Position des Körpers im Raum

  • Informationen aus der Umgebung

Das Gehirn verarbeitet diese Informationen und steuert daraufhin unsere Bewegung.

Neurotraining versucht, diese Prozesse über gezielte Reize und Übungen anzusprechen.


Warum spielt das Nervensystem beim Training eine Rolle?

Unser Körper arbeitet nicht wie eine Ansammlung einzelner Muskeln und Gelenke.

Bewegung entsteht durch das Zusammenspiel von Gehirn, Nervensystem, Sinnesorganen, Muskeln und Gelenken.

Ein einfaches Beispiel:

Beim Tennis muss ein Spieler den Ball sehen, seine Flugbahn einschätzen, den eigenen Körper positionieren, das Gleichgewicht halten und gleichzeitig die passende Bewegung ausführen.

Dabei arbeiten Wahrnehmung, Reaktion, Koordination und Bewegung ständig zusammen.

Deshalb kann es sinnvoll sein, im Training nicht ausschließlich Kraft, Beweglichkeit oder Ausdauer zu betrachten, sondern auch die Qualität der Bewegungssteuerung.


Was kann Neurotraining unterstützen?

Neurozentrierte Übungen können unterschiedliche Bereiche ansprechen.

1. Wahrnehmung

Die Wahrnehmung des eigenen Körpers und der Umgebung ist eine wichtige Grundlage für Bewegung.

Übungen können beispielsweise visuelle Reize, Körperwahrnehmung oder die Orientierung im Raum einbeziehen.

2. Reaktionsfähigkeit

Im Sport muss der Körper häufig schnell auf Veränderungen reagieren.

Ein beweglicher Körper allein reicht dafür nicht aus. Entscheidend ist auch, wie schnell Informationen aufgenommen und in eine Bewegung umgesetzt werden.

3. Gleichgewicht

Gleichgewicht entsteht durch das Zusammenspiel verschiedener Systeme.

Das visuelle System, das Gleichgewichtsorgan und Informationen aus Muskeln und Gelenken liefern ständig Daten an das Gehirn.

Gezielte Übungen können diese Systeme unterschiedlich fordern.

4. Koordination

Koordination beschreibt die Fähigkeit, Bewegungen kontrolliert und zielgerichtet auszuführen.

Gerade bei komplexen sportlichen Bewegungen spielt die Abstimmung verschiedener Körperbereiche eine wichtige Rolle.

5. Bewegungssteuerung

Eine Bewegung kann kräftig und gleichzeitig wenig effizient sein.

Deshalb geht es im Training nicht immer darum, mehr Kraft einzusetzen, sondern Bewegungen möglichst passend, kontrolliert und situationsgerecht zu steuern.


Neuroathletik im Sport: Warum kann das interessant sein?

Besonders im Sport wird Neurotraining häufig eingesetzt.

Ein Tennisspieler muss beispielsweise innerhalb kürzester Zeit:

sehen → wahrnehmen → entscheiden → reagieren → bewegen.

Dabei reicht es nicht, lediglich die Muskulatur zu trainieren.

Ein gutes Athletiktraining berücksichtigt deshalb verschiedene Komponenten:

  • Kraft

  • Beweglichkeit

  • Stabilität

  • Koordination

  • Reaktion

  • Gleichgewicht

  • Wahrnehmung

  • sportartspezifische Bewegung

Gerade bei Sportarten mit schnellen Richtungswechseln und komplexen Bewegungsabläufen kann die Kombination dieser Bereiche interessant sein.

Für Sportler kann Neurotraining deshalb eine ergänzende Trainingskomponente darstellen – nicht als Ersatz für klassisches Kraft- oder Athletiktraining.


Ein Beispiel aus dem Tennis

Stell dir einen Tennisspieler vor, der einen schnellen Ball auf die Rückhand bekommt.

Innerhalb von Sekundenbruchteilen muss der Körper:

  1. den Ball visuell erfassen,

  2. Geschwindigkeit und Flugrichtung einschätzen,

  3. die eigene Position anpassen,

  4. das Gleichgewicht kontrollieren,

  5. die Bewegung vorbereiten,

  6. die richtige Schlagbewegung ausführen.

Dabei arbeiten Gehirn und Nervensystem permanent mit.

Ein Neurotraining kann deshalb beispielsweise Übungen enthalten, bei denen gleichzeitig visuelle Reize verarbeitet und Bewegungen ausgeführt werden.

Die Herausforderung besteht nicht darin, möglichst viele Übungen zu machen – sondern die richtigen Reize sinnvoll einzusetzen.


Ist Neuroathletik wissenschaftlich bewiesen?

Hier lohnt sich eine differenzierte Betrachtung.

Neuroathletik ist kein einheitlich definierter wissenschaftlicher Trainingsstandard. Für das gesamte Konzept gibt es derzeit keine ausreichende wissenschaftliche Grundlage, die sämtliche Versprechen rechtfertigen würde, die teilweise mit dem Begriff verbunden werden.

Das bedeutet aber nicht, dass Übungen mit Wahrnehmungs-, Gleichgewichts-, Reaktions- oder koordinativen Komponenten grundsätzlich wirkungslos sind.

Für verschiedene Formen des neuromuskulären Trainings gibt es wissenschaftliche Hinweise auf positive Effekte beispielsweise auf Koordination, dynamisches Gleichgewicht, Schnelligkeit oder bestimmte sportliche Leistungsparameter.

Entscheidend ist deshalb die richtige Einordnung:

Nicht jede Übung mit dem Label „Neuroathletik“ ist automatisch sinnvoll. Entscheidend sind Ziel, Auswahl, Dosierung und Integration in das gesamte Training.

Genau deshalb setzen wir bei CHIRO360 nicht auf möglichst spektakuläre Übungen, sondern auf eine individuelle Auswahl sinnvoller Trainingsreize.


Neurotraining ist kein Ersatz für gutes Training

Ein häufiger Fehler besteht darin, Neuroathletik als Alternative zu klassischem Training zu betrachten.

Das ist aus unserer Sicht nicht sinnvoll.

Ein leistungsfähiger und belastbarer Körper braucht weiterhin:

  • ausreichend Kraft

  • Beweglichkeit

  • Stabilität

  • Ausdauer

  • koordinative Fähigkeiten

  • Regeneration

  • sportartspezifisches Training

Neurotraining kann diese Bereiche ergänzen, aber nicht ersetzen.

Deshalb integrieren wir neurozentrierte Übungen bei CHIRO360 in ein übergeordnetes Medical-Fitness-Konzept.


Wie kann Neurotraining bei CHIRO360 aussehen?

Bei CHIRO360 beginnt Training nicht mit einer Standardübung.

Zunächst betrachten wir, was jemand erreichen möchte und wie sich der Körper aktuell bewegt.

Dabei können unter anderem Beweglichkeit, Koordination, Gleichgewicht, Kraft und Bewegungsabläufe betrachtet werden.

Auf dieser Grundlage können ausgewählte neurozentrierte Übungen integriert werden.

Das können beispielsweise Übungen sein, bei denen:

  • visuelle Reize verarbeitet werden,

  • Gleichgewicht und Körperwahrnehmung gefordert werden,

  • Reaktionen auf unterschiedliche Signale trainiert werden,

  • mehrere Bewegungsaufgaben miteinander kombiniert werden,

  • Koordination und Bewegungssteuerung verbessert werden sollen.

Der entscheidende Punkt ist dabei die Individualisierung.

Nicht jeder Mensch braucht dieselben Übungen.


Neuroathletik und Medical Fitness – warum die Kombination sinnvoll sein kann

Unser Ansatz bei CHIRO360 verbindet verschiedene Elemente.

Dazu gehören:

Chiropraktikzur manuellen und funktionellen Betrachtung des Bewegungsapparates

Techniken aus der strukturellen Osteopathie und Mobilisationals Teil der individuellen Behandlung

Medical Fitnessfür Kraft, Beweglichkeit, Stabilität und nachhaltige Bewegung

Neurotraining & Neuroathletikals ergänzende Trainingskomponente für Wahrnehmung, Koordination, Gleichgewicht und Bewegungssteuerung

Das Ziel ist nicht, möglichst viele Methoden einzusetzen.

Das Ziel ist, die jeweils sinnvollen Bausteine miteinander zu verbinden.


Für wen kann Neurotraining interessant sein?

Neurozentriertes Training kann grundsätzlich für unterschiedliche Menschen interessant sein.

Besonders spannend kann es beispielsweise sein für:

Wer schnell reagieren, Richtungen wechseln oder komplexe Bewegungen kontrollieren muss, kann von zusätzlichen koordinativen und wahrnehmungsorientierten Trainingsreizen profitieren.

Tennisspieler

Tennis verbindet visuelle Wahrnehmung, Reaktion, Fußarbeit, Gleichgewicht, Rotation und Schlagtechnik.

Neurotraining kann deshalb als Ergänzung zum klassischen Tennis- und Athletiktraining eingesetzt werden.

Auch im Alltag entstehen viele wiederkehrende Bewegungsmuster – beispielsweise durch langes Sitzen, Bildschirmarbeit oder einseitige Tätigkeiten.

Hier kann ein abwechslungsreiches Training helfen, Bewegung wieder vielseitiger zu gestalten.

Nicht immer geht es darum, stärker oder schneller zu werden.

Manchmal besteht das Ziel darin, Bewegungen besser wahrzunehmen und kontrollierter auszuführen.


Neuroathletik gegen Schmerzen?

Hier ist besondere Vorsicht bei pauschalen Aussagen angebracht.

Schmerzen können sehr unterschiedliche Ursachen und Einflussfaktoren haben. Wahrnehmung und Nervensystem spielen bei der Verarbeitung von Reizen zwar eine wichtige Rolle, daraus lässt sich aber nicht ableiten, dass Neuroathletik jede Art von Schmerzen behandeln oder beseitigen kann.

Bei Beschwerden sollte deshalb zunächst geklärt werden, welche Faktoren möglicherweise beteiligt sind.

Neurotraining kann anschließend – je nach Situation – eine ergänzende Trainingsmaßnahme sein.

Bei CHIRO360 steht deshalb nicht die Methode im Vordergrund, sondern die individuelle Betrachtung.


Was ist also dran an Neuroathletik?

Neuroathletik ist weder ein Wundermittel noch einfach nur ein Hype.

Interessant ist vor allem die Grundidee, Bewegung nicht ausschließlich aus Sicht von Muskeln und Gelenken zu betrachten, sondern auch Wahrnehmung, Nervensystem und Bewegungssteuerung einzubeziehen.

Gleichzeitig sollte man wissenschaftlich sauber bleiben:

Die Forschung zum spezifischen Konzept der Neuroathletik ist noch nicht so umfangreich und eindeutig, wie es manche Werbeversprechen vermuten lassen.

Deshalb gilt für uns:

Sinnvolle Übungen auswählen, kritisch hinterfragen und individuell in ein ganzheitliches Training integrieren.


Unser Ansatz bei CHIRO360

Bei CHIRO360 in Leonberg verstehen wir Neurotraining und Neuroathletik als Ergänzung unseres Medical-Fitness-Konzepts.

Wir kombinieren ausgewählte neurozentrierte Übungen mit Beweglichkeit, Kraft, Koordination und sportartspezifischem Training.

Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Übungen zu sammeln.

Es geht darum, die richtigen Reize für die jeweilige Person und das jeweilige Trainingsziel zu finden.

Bewegung neu erleben – frei, stark und leistungsfähig.

Wenn du wissen möchtest, wie Neurotraining in dein individuelles Trainings- oder Bewegungskonzept integriert werden kann, kannst du dich gerne bei CHIRO360 in Leonberg informieren.

Kurz gesagt

Neuroathletik beschäftigt sich mit dem Zusammenspiel von Gehirn, Nervensystem und Bewegung.

Sie kann interessante Trainingsreize für Wahrnehmung, Reaktion, Gleichgewicht, Koordination und Bewegungssteuerung liefern.

Aber: Neuroathletik ersetzt kein klassisches Training und ist keine Wundermethode.

Richtig eingesetzt kann Neurotraining eine interessante Ergänzung zu einem individuellen Medical-Fitness- und Athletiktraining sein.

 
 
 

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